Mont Saint-Michel

      Mont Saint-Michel

      Mont Saint-Michel

      Der Berg des Heiligen Michaels liegt im Meer an der Nordküste Frankreichs in der Normandie.
      Die lange Geschichte des Mont Saint Michel soll im Jahre 708 begonnen haben.
      Die Stadt Avranches, ganz in der Nähe des Mont, stand unter der Herrschaft des Bischofs Aubert. Eines Nachts erschien ihm im Traum Sankt Michael. Auf dem Felskegel, den das Meer völlig umspülte, eine Stätte der Andacht zu errichten – so lautete der Auftrag des Erzengel Michael. Aubert tat nichts dergleichen, er fürchtete, seine Fantasie hätte ihn getäuscht. Michael wurde ungeduldig, und als er zum dritten Mal erschien, drückte er seinen Finger gegen die Stirn des Un-gläubigen. Aubert begann mit dem Bau einer Abtei an diesem ungewöhnlichen Ort. Ausgerechnet in dieser Bucht rund um den Mont herrschen Gezeiten vor, die zu den stärksten auf der ganzen Welt gehören. Der Höhenunterschied zwischen Ebbe und Flut beträgt hier mehr als zwölf Meter. Das ansteigende Meer legt in wenigen Stunden mehrere Kilometer zurück, bevor es seinen Höchststand erreicht.
      Die immer wieder kehrende Flut hat den Vorteil, dass sich das kleine Städtchen mit der errichteten Abtei vom Touristenstrom erholen kann, der täglich zu Besuch kommt.

      Die Abtei Mont Saint Michel ist ein einzigartiges Bauwerk; ihr Grundriss gleicht keinem anderen Kloster. Weil die Pyramidenform des Bergs berücksichtigt werden musste, legten die Baumeister des Mittelalters die Gebäude schneckenförmig um den Granitfelsen an. Die Abteikirche auf dem Gipfel ruht auf Krypten, die eine Plattform bilden, die das Gewicht einer 80 m langen Kirchen tragen. Das häufig als architektonisches Prunkstück der Abtei erwähnte Gebäude „Merveille“ , Wunderwerk, zeugt vom Können der Bauhandwerker des 13. Jahrhunderts, denen es gelang, zwei dreistöckige Bauten am steilen Felsen anzulehnen.
      Der höchste Punkt des Bauwerkes – die Kirchturmspitze mit einer Skulptur des Erzengel Michael– liegt bei knapp 130 Metern.

      Der Mont Saint-Michel hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Die Wälle und Verteidigungsanlagen waren uneinnehmbar im Hundertjährigen Krieg und trotzten jedem englischen Ansturm. Der Fels stand unter dem Schutz des Heiligen Michaels. Nur der kämpfende Engel mit Rüstung und Schwert (siehe Bild) konnte in den Augen der damaligen Kirche den Krieg gegen das protestantische Ketzertum aufnehmen. Auch außerwöhnliche Ereignisse und „Wunder“, die im Leben der Mönche geschahen, wurden dem Wirken Sankt Michaels zugeschrieben. Auf dem Felsberg gab es kein Trinkwasser: durch ein Wunder wurde eine Quelle gefunden.

      Der Besucher des Mont Saint-Michel betritt zuerst die Verteidigungswälle und geht durch das Zugangstor, und hat den Eindruck es handelt sich um eine Burg. Als nächstes muss man die Straße mit den Souvenirläden durchschreiten und immer höher steigen auf Wegen, die um den Berg herumführen. Dabei durchquert man die ganze Anlage vom Klosterkeller, Rittersaal, Kreuzgang, Klostergarten, die Kapelle des Heiligen Michaels usw. bis man endlich ganz oben die Abteikirche zwischen Himmel und Meer erreicht. Hier oben gibt es kein hektisches und weltliches Treiben mehr. Ich konnte mir gut vorstellen, wie hier einst gelebt, gebetet und gearbeitet wurde. Die Stimmung und die Energie des Felsen ist besonders.

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      Bilder
      • Mont Saint-Michel a.JPG

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      • Michael.JPG

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