Monumentale Kreisanlagen in Dresden

      Monumentale Kreisanlagen in Dresden

      In der Region von Dresden und Leipzig gab es einen bedeutenden archäologischen Fund. Hier konnte die mutmaßlich älteste Kultur Europas bei Ausgrabungen freigelegt und teilweise orginalgetreu nachgebaut werden. Diese prähistorischen Kreisanlagen lassen die Vermutungen zu, dass eine gewaltige Kultstätte in Zentraleuropa errichtet wurde, voraussichtlich weit vor den historischen Bauten des alten Ägyptens bzw. Mesopotaniens. Die Errichtung dieser Bauten schätzen internationale Altertumsforscher auf die Zeit um 5000 v.Chr.

      Re: Monumentale Kreis Anlagen in Dresden

      Auf den Luftbildern ist sehr gut zu erkennen, das es starke Ähnlichkeit gibt zu Ausgrabungen in anderen Ländern.
      Weiter Infos zu diesen Ausgrabungen gibt es über ein Download unter Google -Kreisgrabenanlagen des Neolithikum.
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      Re: Monumentale Kreisanlagen in Dresden

      Eine dieser monumentalen Kreisanlagen befindet sich auf einem Areal unweit des Saaletals und beinhaltet einen deutlich sichtbaren, fast kreisförmigen Ringgraben mit einem Durchmesser von ca. 71 m.[attachment=2]<!-- ia2 -->180px-Rekonstruierte_Kreisgrabenanlage2.jpg<!-- ia2 -->[/attachment]
      Um den Graben herum wurde ein ebenerdiger Erdwall nachgewiesen. Ferner säumen die Anlage drei Zugänge, die jeweils eine Ausrichtung in nördlicher, südöstlicher und südwestlicher Richtung aufweisen.[attachment=1]<!-- ia1 -->Eingang zu der für die NÖ Landesausstellung 2005 rekonstruierten Kresigrabenanlage.jpg<!-- ia1 -->[/attachment]
      Außer den innen befindlichen Spuren von zwei konzentrischen Palisaden mit einem Durchmesser von etwa 56 und 49 cm bei gleich ausgerichteten zur Mitte hin schmal zulaufenden Toren, konnten auf den Flächen im Inneren keine weiteren Bauaktivitäten nachgewiesen werden. [attachment=0]<!-- ia0 -->Der Rundgang zwischen äußerem und innerem Palisadenring.jpg<!-- ia0 -->[/attachment]
      Einige der Kreisgrabenanlagen des Mittelneolithikums lassen auf Zusammenhänge zwischen den Sonnenauf- und untergängen während der Sommersonnenwende bzw. der Wintersonnenwende schließen. Dabei können die Orte Quenstedt und Quedlinburg als Nordwesttor der Sommersonnenwende und Goseck als Südosstor der Wintersonnenwende zugeordnet werden.

      Verschiedene Untersuchungen renomoierter astroarchäologischer Wissenschaftler der Ruhr-Universität in Bochum, lassen auf eine bewusste Ausrichtung der zwei südlichen Zugänge im Bezug auf das Zentrum - der Monumentalen Kreisanlagen in Dresden, schliessen. Die Anordnung dieser Tore orientiert sich in einem Zeitrahmen von nur drei bis vier Tagen am Sonnenaufgang und Sonnenuntergang zum Zeitpunkt der Wintersonnenwende aus dem Jahre 4800 vor Christus. Das gen Norden ausgerichtete Tor orientiert sich nahezu genau am astronomischen Meridian, somit Richtung Norden. Höchstwahrscheinlich lässt sich daraus schliessen, dass es sich hierbei um ein Observatorium handelt, welches zur Bestimmung der Wintersonnenwende genutzt werden konnte.
      Anfang des 21. Jahrhunderts, im Jahre 2004, wurde dann auch eine Einrichtung im Palisadenzaun entdeckt, die zusätzlich die Festlegung der Sommersonnenwende ermöglichte. Diese Auswertungen basieren auch auf einem satellitengestütztem GPS-Messsystem. Der wesentliche Unterschied zu schlechter erhaltenen Ringgrabenanlagen des Mittelneolithikums, liegt in der enormen Genauigkeit der Visierlinien. Hier lässt sich eine detaillierte Berechnung und genaue Sondierung der Sonnenwende in allen vier Punkten über mehrere Tagen durchführen.
      Bilder
      • 180px-Rekonstruierte_Kreisgrabenanlage2.jpg

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      • Eingang zu der für die NÖ Landesausstellung 2005 rekonstruierten Kresigrabenanlage.jpg

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      • Der Rundgang zwischen äußerem und innerem Palisadenring.jpg

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      Re: Monumentale Kreisanlagen in Dresden

      Das Institut für Antropologie in Mainz untersuchte, ob die ersten europäischen Bauern des Neolithikums unsere direkten genetischen Vorfahren sind. Sie kamen zu dem Ergebnis, das dies nicht der Fall ist. So liegt die Vermutung nahe, dass sehr wahrscheinlich die Erbauer monumentaler Kreisanlagen unsere Vorfahren darstellen.
      Diese rätselhaften Anlagen werden mit Hilfe der Luftbildarchäologie geortet und näher untersucht.Wolfgang Neubauer untersuchte mittlerweile dutzende Kreisgrabenanlagen gleicher Bauart in Zentraleuropa. Eine herausragende Stätte dieser Art wurde z.B. nördlich von Wien in Altrupersdorf im österéichischen AU in der Nähe des Leitha-Gebirge gefunden. Hierbei handelt es sich um eine dreifache Kreisgrabenanlage. Geomagnetische Messungen ergaben, dass dieses Monument einen Durchmesser bis zu 200 Metern hat und in der ersten Hälfte des 5. Jahrtausends erbaut wurde. Erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang, dass alle Anlagen nach dem gleichen Muster erbaut, und jeweils in der Nähe einer Siedlungsanlage gefunden wurden. Verbindende Elemente sind dreieckige Grabenquerschnitte, monumentale Ausführung sowie Pallisaden im Innern.

      Re: Monumentale Kreisanlagen in Dresden

      Sehr wahrscheinlich soll eine Idee mittels dieser monumentalen Bauwerke transportiert werden. Vielleicht stellen diese Monumente von Außen betrachtet einen Ort der Zusammengehörigkeit, des Wohlstandes sowie von Macht dar. Für die Menschen, die sich innerhalb der Kreisanlagen befanden, bedeuteten sie eher eine Stätte der Ruhe, Einkehr und Konzentration. Mit Hilfe des Nachbaus einer synonymen Kreisanlage, konnte festgestellt werden, dass man sich innerhalb des Monumentes eher auf sich selbst zurückgeworfen fühlt und der Blick gen Himmel gerichtet ist und nicht mehr ausschließlich horizontal ausgerichtet ist, was auf ein astronomisches Interesse der Bauherren schließen läßt.

      Ein besonderes Bauwerk dieser hochentwickelten Kulturen, die spezifisch an Flussläufen orientiert gebaut wurden, finden wir im sächsischen Gossek an der Saale. Hier wurden besondere Erkenntnisse aus Untersuchungen gewonnen.
      Demnach waren die Bauten das Ergebnis einer Entwicklung hin zur Landwirtschaft und Sesshaftigkeit und somit weg vom klassischen Jäger und Sammlertum. Weiteres Indiz für diese Theorie sind die Funde von Keramiken, die auf eine bäuerliche bzw. landwirtschaftliche Lebensart schließen lassen.

      weitere interesssante Daten von Goseck

      Die Palisadenanlage von Goseck hat noch mehr Geheimnisse als gedacht. Nicht nur die Sonnenwendpunkte im Juni und Dezember sind hier auffindbar, sondern auch weitere Daten sind durch Sonneneinfall an bestimmten Punkten der Anlage markiert:

      der 9.April, 1. Mai, 1. August und der 4. September

      Der 1. Mai ist uns als Walpurgisnacht bekannt; die anderen Daten sind noch nicht geklärt. Hier gibt es noch Forschungsbedarf. Die Forscher haben eindeutig festgestellt, das es Feuerplätze gab, deren Sinn es noch zu lösen gilt. Möglicherweise dienten diese Plätze ganz bestimmten Ritualen und stehen in enger Verbindung mit den Daten.
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