Farben hören

      Farben hören

      Manche Menschen können bei Musik Farben sehen. Bei diesem seltenen Phänomen spricht man von Synästhesie. Die Ursache für diese Fähigkeit ist bislang noch nicht weit erforscht. Einige Fachleute meinen, es liegt eine mangelhafte Sinnesentwicklung vor. Kann es sich bei der Synästhesie nicht auch um eine menschliche Fähigkeit handeln die im Laufe der Evolution verschüttet wurde?
      Neurophysiologische Gehirnmessungen haben Zonen im Gehirn geortet, die multisensorische Nervenzellen enthalten. sie reagieren sowohl auf akustische, optische, taktile und Gleichgewichtsreize. Dies könnte eine Erklärung dafür sein, das es Menschen möglich ist, Klänge auch farblich wahrzunehmen.

      Gefühle und Synästhesie

      Amerikanische Ärzte meinen den Ort, wo Synästhesie im menschlichen Gehirn entsteht, gefunden zu haben. Ihren Versuchen nach geschieht es im limbischen System der linken Gehirnhälfte. Das limbische Systhem ist dafür zuständig, Außenreize, die im Gehirn verarbeitet werden, mit Gefühlen zu belegen. Zum limbischen System gehört der Hippocampus. Diese Drüse ist die Schaltzentrale des limbischen Systems. Der Hippocampus gehört zu den ältesten Regionen in der Evolutionsgeschichte des menschlichen Gehirns.

      Auslöser für Synästhesien

      Synästhsien können durch verschiedene Auslöser hervorgerufen werden. Töne, Klänge, Geräusche. Worte die gesprochen, gelesen oder gar nur gedacht werden. Auch Schmerzen, Zeiten, wie Tage oder Monate, Gerüche und über die Haut Gefühltes lösen Sinneskopplungen aus. In der Regel werden durch die genannten Stimuli Farben hervorgerufen.

      Synästhesie ist nicht abschaltbar

      Wenn zum Beispiel akustische Sinnesreize auf den Menschen einwirken, findet bei Synästhetikern eine Kopplung von Hörzentrum, Sehzentrum sowie dem limbischen System statt. Da das limbische System mit einbezogen ist, werden die Sinnesreize mit Gefühlen belegt. Das Gehirn bildet in diesem Moment nicht einfach ab wie ein Fernseher, sondern bewertet den Reiz.
      Laut amerikanischen Neurowissenschaftlern, reagiert das Bewusstsein eines Menschen eine halbe Sekunde später als das Gehirn. Nicht das Bewusstsein filtert Informationen, sondern das Gehirn.
      Diese Art von Filterung arbeitet bei Menschen mit Sinneskopplungen qualitativ anders. Da das Gehirn zuerst arbeitet, ist die synästhetische Erfahrung nicht abschaltbar.

      Synästhesie und Bewusstsein

      Das Auge und die Haut kommen in der menschlichen Embryonal-Entwicklung aus einem Keimblatt. Beide Sinnesorgane nehmen Farben über deren Wellenlängen, also Schwingungen, auf. Das Auge ist zusätzlich in der Lage, Farben bildhaft darzustellen. Diese Erkenntnisse werden in der Farblicht-Therapie genutzt.
      Neben dem Auge und Ohr hat auch die menschliche Haut die Möglichkeit Farben, Töne und Klänge aufzunehmen, kann sie fühlen. Ist Synästhesie eine Frage des Bewusstsein über die Möglichkeiten der menschlichen Sinne?

      Mit den Augen hören

      Über die Augen hören:

      Eine interessante Variante der Schwingungswahrnehmung wird hier angesprochen.Wenn man sich dann vorstellt, das die Augen eine der ersten Strukturen eines Embryos sind und erst danach das Gehirn ausgebildet wird, so wird die Forschung auf dem Gebiet Musikologie sicher noch zu einem Meilenstein!

      Auch die Musikarchäologie kann von diesen Erkenntnissen profitieren;Auge und Klang sind ein Bestandteil auf dem Gebiet der altägyptischen Forschungen, insbesondere in Verbindung mit den Pyramiden.

      Der Mensch sieht mit dem Gehirn

      Der Mensch sieht mit dem Gehirn. Was wir sehen entspricht nicht ganz der Wirklichkeit, da das Gehirn aufgrund der Sehnervenscheibe in der Netzhaut, bei der Zellen zur Bildübertragung fehlen, diese überspielt, und "eigenmächtig" das Bild vervollständigt. Diese Schwäche des Auges verdeutlicht noch einmal, wie wichtig es ist andere Sinne zur Wahrnehmung von Ereignissen hinzuzunehmen. Mit den Augen hören zum Beispiel ist ein Weg zur Steigerung der Wahrnehmungsqualität.

      Sehen und Gehirn

      Mehr als die Hälfte unseres Gehirns ist mit der Verarbeitung der Eindrücke, die über das Sehen zu uns kommen, beschäftigt. Zudem regelt das Gehirn was wir sehen. Diese Ergebnisse der Hirnforschung verdeutlichen, unter welchen Bedingungen wir Bewusstsein aufbauen können. Gerade die Vernetzung aller Sinne ist eine Methode der Bewusstseinserweiterung. Synästhesie erscheint unter diesen Blickwinkel eine hilfreiche Gabe zu sein.

      Klangsteine, eine syästhesistische Erfahrung

      Prof. Klaus Feßmann macht Musik mit sogenannten Klangsteinen. Das sind Steine aus den tiefen Schichten der Erde. In sie werden Lamellen eingeschnitten. Eine Voraussetzung, das Töne entstehen, ist Wasser, das als ein Bindefilm zwischen Händen und Stein wirkt. Damit Töne hörbar werden, muss sich Prof.Klaus Feßmann in den Stein mit allen Sinnen einfühlen. Das Miteinander der Sinne in diesem Prozess hebt die Abgrenzungen der Sinne untereinander auf. Eine Schlüsselfunktion kommt der menschlichen Haut zu. Weitere Informationen sind unter www. klangsteine-fessmann.de zu erhalten.