Die Blausteine von Stonehenge

      Die Blausteine von Stonehenge

      Stonehenge, das Steinmonument von England, gibt uns immer noch Rätsel auf.

      Einer Frage gehen Wissenschaftler seit geraumer Zeit sehr intensiv nach:
      Welche Bedeutung haben die so genannten Blausteine im Inneren der Rundanlage? Hierher wurden sie verbracht nachdem sie ursprünglich als Außenkreis gesetzt wurden, dann beiseite geschafft wurden und durch wesentlich höhere Sandsteine ersetzt sind.

      Bei dem Begriff „Blausteine“ handelt es sich eigentlich nicht um den Blaustein als solches sondern um das bläulich schimmernde Gestein Dolerit, im englischen auch Bluestone genannt. Dolerit ist ein Basaltgestein, der Name leitet sich aus dem griechischen ab und steht für trügerisch!

      Das Gestein Dolerit ist auch in anderen Erdteilen bekannt gewesen, u.a. auch in Ägypten. Hier wurde es als Werkzeugmaterial für Steelen und Sarkophage verwendet, die man aus dem harten Granit anfertigte.

      Doleritgestein findet man in England hauptsächlich in der Gegend von Wales, mit den Koordinaten 52Nord und 4West. Von hier wurden die „Blausteine“ auch nach Stonehenge transportiert, wahrlich ein beschwerlicher Weg über ca. 270 km für damalige Zeiten.

      Bei Tiefengrabungen in Inneren von Stonehenge wurde nachgewiesen, das die dort gesetzten Steine aus der Zeit von 3000 bis 2550 v. Chr. stammen müssen. Zu diesem Zeitpunkt wurden die ersten Blausteine gesetzt. Bereits 1964 wurde aufgrund der Grabungen festgestellt, das Stonehenge ursprünglich aus einem Doppelkreis von 80 Doleritsteinen bestand.

      Dem Gestein Dolerit wird eine heilkräftige Wirkung nachgesagt. Ist das ein Grund für dessen Verwendung in Stonehenge?

      Interessanterweise wurden im Umfeld von Stonehenge zahlreiche Skelette zu Tage gefördert, die auf erhebliche Erkrankungen der damaligen Menschen schließen lassen. Des weiteren wurden anhand von Zahnschmelzuntersuchungen festgestellt, das die Menschen von sehr weit nach Stonehenge kamen. 2002 wurde „ Amesbury Archer“ gefunden, ein Skelett eines Mannes, der laut Zahnbefund aus dem Alpengebiet stammen muss. :huh:
      Im Nordwesten der walisischen Insel Anglesey liegt auch ein bedeutender Ausgrabungsort, den man als Zentrum von Druiden sieht während der Eisenzeit. Hier gibt es 39 Menhire. Mehr oder weniger zufällig wurden zahlreiche Artefakte gefunden, deren Deutung noch nicht abgeschlossen ist. Die Blausteine fanden auch hier Verwendung.

      Weiterer Blausteinkreis in der unmittelbaren Nähe von Stonehenge

      Von Stonehenge führt eine Avenue zu dem in der Nähe gelegenen Fluss Avon. Von Stonehenge gesehen am Ende dieser Avenue, also direkt am Flussufer wurde ein weiterer Steinkreis aus Blausteinen gefunden. Die Archäologen nannten ihn Mini- oder Blue-Stonehenge. Er bestand ursprünglich aus 25 Blausteinen, die später sehr wahrscheinlich nach Stonehenge transportiert wurden.
      In diesem Zusammenhang sollte man die Bedeutung der Anzahl der Steine nicht unterschätzen. Von vielen Rundanlagen weiß man inzwischen, das die Anzahl der Steine nicht zufällig gewählt wurde, sondern ganz bestimmten Berechnungen, Sternenkonstellationen u.a. unterliegt.

      Hat eventuell jemand genaue Zahlen über die Blausteine in Stonehenge und wieviel zu welchem Zeitpunkt an welcher Stelle standen? Daraus dürften sich neue Erkenntnisse ableiten lassen. (:$)

      Das zweite Stonehnge

      Wie schon berichtet wurde, haben Archäologen am Fluss Avon bei Stonehenge einen zweiten Kreis gefunden. Über die Avenue von Stonehenge aus war es möglich am Fluss weiter wandernd zum zweiten Kreis zu gelangen. Dieser war aus Holz gebaut und auf den Sonnenuntergang ausgerichtet. Das bedeutet für die gesamte Anlage, das man am Tage der Sonnenwende vom Sonnenaufgang am Steinkreis zum Sonnenuntergang am Holzkreis gehen konnte. Bemerkenswert sind die unterschiedlichen Materialien für Sonnenauf- und Untergang, Stein und Holz sowie die Verbindung durch das Wasser des Flusses. Aus dieser Anordnung des Stonehenge-Ensemble lassen sich interessante Rückschlüsse zum spirituellen Wissen der damaligen Menschen finden.