Rujm el Hiri, Gilgal Refaim

      Rujm el Hiri, Gilgal Refaim

      Rojm el Hiri, Rogem Hiri (im arabischen Raum als Rujum al-Hiri (Katzenhügel), im hebräischen als Gilgal Rephaim, Gilgal Refaim (das Rad der Geister oder der Kreis der Riesen) bekannt), ist ein megalithischer Komplex, der zu den geheimnisvollsten archäologischen Stätten Israels zählt. Es ist einzigartig in seiner Art und befindet sich ca. 16 km östlich des Sees Genezareth in einer Hochebene im zentralen Golan. Rogem Hiri wurde nach dem Sechs-Tage-Krieg von 1967 von irsraelischen Archäologen entdeckt. Laut einer biblischen Geschichte, existierten in den Golanhöhlen in sehr frühen Zeiten Riesen; der letzte seiner Art war Og der König von Baschan (5. Buch Mose 3:11).

      In seiner Nähe wurde eine alte Siedlung entdeckt, die vermutlich aus der frühen Bronzezeit stammt. Um die Entstehungszeit und Funktion dieser Anlage näher bestimmen zu können, wurden in der Zeit von 1988 bis 1991 archäologische Ausgrabungen vorgenommen. Bis dahin war über die Existenz und Funktion dieser megalithischen Anlage nur wenig in der westlichen Welt bekannt. Der Kreis ist in seiner Gesamtheit nur von oben gesehen direkt überschaubar und hat einen Durchmesser von 155 Metern. Rogem Hiri besteht aus insgesamt fünf konzentrischen Kreisen.

      Vier Kreise umschließen einen zentralen, runden unregelmäßigen Steinhaufen, den so genannten "Cairn". Dieser wurde bis zu einer Höhe von 6 m wiederhergestellt und hat einen Durchmesser von 20-25 Metern. Unter ihm wurde eine aus senkrecht aufgerichteten Steinplatten erbaute Grabkammer entdeckt, die einen Durchmesser von 2 m misst. Der Eingang zu dieser Grabkammer war nordöstlich ausgerichtet. Die Steinplatten werden durch zwei besonders mächtige, über 5,5 Tonnen wiegende Basaltplatten überdeckt. Der Cairn bestand aus drei Ebenen und sah wie ein abgestufter Kegel aus. In der Grabkammer wurden Schmuck und am Eingang eine Basalt Tafel gefunden. Menschlichen Überreste fand man hier allerdings nicht, wodurch das geheimnisumwitterte Bauwerk noch mysteriöser scheint.

      Dieses Megalithmonument wurde aus 42000 Tonnen lokalen Basalt-Felsens verschiedener Größe erbaut. Der größte Stein wiegt 5,5 Tonnen, die errichteten Wände sind bis zu drei Metern hoch. Schätzungen zur Folge würde die Erbauung einer Anlage dieses Ausmaßes, 100 Arbeiter acht Stunden täglich, 6 Tage die Woche für mindestens 6 Jahre beschäftigen.

      Insgesamt sind vier Steinmauern zu erkennen, die 2-3 Meter hoch sind und mit sehr großer Genauigkeit gebaut wurden. Die erste Mauer ist wie ein Halbkreis geformt, hat einen Durchmesser von 50 Metern und ist 1,5 Meter breit. Die zweite Mauer bildet einen fast vollständigen Kreis von 90 m Durchmesser, eine weitere Mauer gestaltet einen kompletten Kreis mit einem Durchmesser von 110 m und einer Breite von 2,6m. Die vierte Mauer formt den äußersten und größten Kreis, der ca. 500 m lang ist und einen Durchmesser von 156 m. misst. Die noch stehenden Mauern sind bis zu 3,5m dick und teilweise bis zu einer Höhe von 2,5m erhalten geblieben. Einige Teilstücke sind allerdings nicht mehr vollständig vorhanden. Mehrere radiale Wände (36), die offenbar astronomisch ausgerichtet waren, dienen als Verbindungsstücke und bilden so die labyrinthartige Struktur dieses Komplexes, den man durch einen Eingang im Nordosten und einem südöstlich gelegenen Eingang betreten kann.

      Die Umgebung dieses Bauwerks ist ebenso komplex und interessant, wie Gilgal Refaim, Rogem Hiri selbst. Die Golanhöhen, eine Hochebene aus Basaltsteinen, sind aus vielfacher Sicht ungewöhnlich.
      Seine Landschaft wird als ein überaus schönes Naturareal beschrieben. In riesigen Naturschutzgebieten befinden sich mehrere Wasserfälle, Vulkanberge, Schluchten und parkartige Wälder, die die Schönheit dieser Umgebung gestalten. Zudem beherbergen sie den höchsten Berg Israels, den 2814 Meter hohen Berg Hermon, der in der jüdischen und israelischen Tradition eine große Rolle spielt. Er befindet sich im Grenzgebiet zwischen Syrien und Isreal. Der Bund Gottes mit Abraham, sowie die Verklärung Jesu sollen hier stattgefunden haben.

      Die Höhen des Golans gelten zudem als Quellgebiet des Jordans, der von vier Quellen aus drei verschiedenen Staatsgebieten gespeist wird. Die besondere Bedeutung des Jordans aus religiöser Sicht ist sicherlich bekannt, deshalb soll in diesem Zusammenhang lediglich die eine besondere Stelle in der Nähe von Jericho, an der Jesus von Johannes den Täufer getauft worden sein soll, erwähnt werden. Er bildet zudem in seinem südlichen Verlauf die Grenze zwischen Isreal und Jordanien und hat als aus europäischer Sicht eher winziger Fluss, dennoch eine herausragende Bedeutung, da er als Isreals Hauptwasserquelle beschrieben wird. Wie wichtig Wasser für diese Region ist zeigt das folgende Zitat des israelischen Ministerpräsidenten Levi Eschkol " Das Wasser des Jordans ist uns so kostbar, wie das Blut in unseren Adern". Bekannt ist, dass Israel durch den Sechs-Tage-Krieg 1967 die Kontrolle über die bedeutendsten Wasserresourcen erlangte. Müsste Israel diesen topographisch wichtigen Ort im Rahmen eines Friedensvertrages an Syrien zurückgeben, würde es 30% der bisherigen Wasserversorung einbüßen müssen. So sind die Golanhöhen auch aus rein politischer Sicht interessant.

      Verbindet man nun dieses Wissen mit der Zeit, zu der Rujm el Hiri, Gilgal Refaim entdeckt wurde, stellt sich die Frage, warum es erst zu dieser Zeit gefunden wurde?

      Erwähnenswert ist auch dass einige interessante Parallelen zu Stonehenge existieren, weshalb dieser Ort auch als "Isreael´s Stonehenge" bekannt ist. Diese Aussage bezieht sich nicht nur auf die äußere Erscheinungsform, sondern u.a. auch auf die astronomische Ausrichtung und die ungeklärte Funktion dieser Anlage. So existieren mehrere Theorien darüber, wie sie genutzt wurde. Dabei wird diskutiert, ob Rujm el Hiri als eine Befestigungsanlage, ein Kultplatz, ein Beerdigungskomplex, ein Kalender oder eine astronomische Beobachtungsanlage fungierte.
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      Re: Rogem Hiri

      Im Jahr 2005 hatte die Gruppe "Israel-Kosmopoisk" zum zweiten Mal die Ruine "Rogem Hiri, Rad der Geister" untersucht. Die Ergebnisse wurden noch nicht veröffentlicht. Vieles deutet aber darauf hin, dass diese alte Einrichtung eine Kopie des bekannten Arkaim (Süd-Ural) sein könnte. Es bleibt abzuwarten, worin die beiden sich genau unterscheiden bwz. ähneln.