Toprak-Kala

      Toprak-Kala

      Toprak-Kala liegt südlich des Sultan-uiz dagh Gebirges in der Nähe der Hauptstraße von Nukus nach Turtk`ul. Erbaut im 2-3ten Jahrhundert nach Christus war es die Residenz der Könige von Khorezm.
      Die befestigte Anlage umfasst einen Palast sowie Siedlung mit Werkstätten und Wohnhäusern.
      Im Palastbereich fanden die Archäologen Kulträume, geschmückt mit Bildern, Statuen Tierdarstellungen und Fresken.
      Einer dieser Räume hieß der "Saal der Hirsche".
      Der Hirsch ist ein altes Symbol mit vielschichter Bedeutung. Er ist mit der Sonne sowie dem Feuer verbunden. Im Kampf gegen die Schlange, Sinnbild des Bösen, verkörpert er das Gute. Aus diesem Verständnis heraus wird er später zum Christussymbol.
      In der Darstellung des germanischen Lebensbaumes, bewohnt er die Krone. Im chinesischen und japanischen Kulturkreis steht er für ein langes Leben bis hin zur Unsterblichkeit.
      Auch die Bibel nennt ihn in Psalm 42/1. In der hebräischen Sprache steht ein Alef, Jod, Lamed und bedeutet Hirsch.

      Re: Toprak-Kala

      Toprak-Kala sieht von weitem aus wie eine überdimensionale Sandburg. Und das ist diese Stadt eigentlich auch. Denn bevor sie von Tolstov ausgegraben wurde, war sie mit einer 40 Meter hohen Sandschicht überdeckt. Der Amudarja verlief hier einst anders, so dass es sich um eine besonders fruchtbare und dichtbesiedelte Oase handelte. Deshalb wurde diese Gegend auch die Region der "50 Städte" genannt.

      Als der Amudarja jedoch seinen Lauf änderte, wurde aus der üppigen Landschaft ein ödes Steppengebiet. Durch künstliche Bewässerung werden allerdings mittlerweilt in der weiteren Umgebung Felder wieder fruchtbar gemacht.

      Bei der 25 Meter hohen Ruine handelt es sich um eine der interessantesten Kalas, da sie gut ergraben und archäologisch weitgehend erforscht ist. Sie lieferte daher das bisher reichhaltigste Material über die Architektur und Kultur des alten Choresmiens im 2. -4. Jahrhundert n.Chr.[attachment=0]<!-- ia0 -->Toprak-Kala, Foto.jpg<!-- ia0 -->[/attachment]
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      Re: Toprak-Kala

      Bei der Siedlung von Toprak-Kala handelt es sich um ein 500x350 Meter großes Rechteck, welches von einem aus Festungsmauern und Türmen bestehenden Wall umgeben ist. Im Süden dieser Stadt lassen sich die Reste massiver Wohnblöcke erkennen. Eine Hauptstraße mit von ihr abzweigenden Gassen, verläuft vom südlichen Stadttor direkt zum Norden und trennt die Behausungen voneinander.

      Im nordöstlichen Teil der Anlage ist ein großer Platz zu erkennen, der wahrscheinlich als Marktplatz dieser alten Stadt fungierte. Im Nordwesten erhebt sich das so genannte "dreitürmige Schloß", welches durch seine herausragende Architektur und Kunst als ein bemerkenswertes Denkmal des alten Choresm gilt.

      Re: Toprak-Kala

      In der nordwestlichen Ecke der Stadt befindet sich die dreitürmige Burg des einstmaligen Herrschers der Stadt. An der südöstlichen Ecke der Burg sind die Überreste eines umfangreichen Bautenkomplexes zu sehen, in dessen Mitte ein gewaltiger 35x50 m großer Raum liegt. Eine Ringmauer mit Wehrgang umschließt diesen Raum. Eine herausragende Menge an der Oberfläche heraustretender weißer Asche wurde hier gefunden. Sie ist das Produkt einer vollständigen Verbrennung von Feuermaterial, so dass die Archäologen in diesem Raum den stätdtischen Feuertempel vermuteten.

      Re: Toprak-Kala

      Neben vielerlei Fundstücken wie z.B. Teilen von Lederschuhen, zahlreichen Tonscherben, vergoldeten Gürtelplatten mit Glaseinlagen, choresmischen Kurschan-Kupfermünzen aus dem 3. Jhd. und vieles mehr, gelten die freigelegten außerordentlichen Wandmalereien, sowie monumentalen Tonskulpturen als der größte Schatz von Toprak-Kala.
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      Obwohl sich in fast allen Gemächern Wandmalereien befanden, ist das Gemach Nr. 5 besonders erwähnenswert. Hier nämlich konnten die verschiedenen Darstellungen zwei unterschiedlichen Kunsttraditionen zugeordnet werden. Während man ein Bild eher der syrisch-ägyptischen Kunstrichtung der Römerzeit zuordnet, wurde z.B. die Gestaltung der berühmten "Harfenspielerin" in Verbindung mit der Kuschan- und Gandharakunst gebracht. Zwei unterschiedliche Kunstrichtungen befanden sich somit in einem Raum und erhielten dennoch eine völlig neue Note durch die herausragenden Künstler des alten Choresm.[
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      Re: Toprak-Kala

      Toprak-Kala hat eine Menge verschiedenster, nennenswerter Räume zu bieten. Neben dem Thronsaal, der sich ca. 30 Meter vom Eingang befindet, gibt es u.a. die Halle der Könige, die Halle der Hirsche, die Halle der Krieger und die Halle der Siege. Der Saal der tanzenden Masken jedoch ist der mystischste und faszinierendste aller Räume.

      Hier wurden insgesamt 17 Abbildungen von Tänzern mit Masken gefunden, wobei jede Abbildung/Maske einzigartig war. Manche der Masken hatten sogar tierische Merkmale. Ihre Bedeutung ist bis heute allerdings noch ungeklärt.[attachment=0]<!-- ia0 -->Saal der tanzenden Masken.jpg<!-- ia0 -->[/attachment]
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      • Saal der tanzenden Masken.jpg

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