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Wir beschließen diesen Tag mit einer Fahrt an den Fluss des Lebens der drei Wüsten, der den wunderschönen Namen Amudarja trägt. Was es bedeutet, kurz nach der Wüste den Fluss zu erleben, können nur die Wüstenbewohner: Eine Oase des Paradieses.
Neben dem Syrdarja ist der Amudarja der größte Fluss des Landes. Als Hauptzulauf füllte er den Aralsee und speiste das Gebiet der drei aneinandergrenzenden Wüsten Usyurt-Plateau, Kyzylkum und Karakum. Der Quelle des Lebens entgegenwirkend, sehen wir deutliche Spuren einer Austrocknung. Dem mächtigen Fluss wurde im Zuge einer vom Menschen verursachten Umweltkatastrophe um den Aralsee- Wüstenbereich über ein Drittel seiner Breite abverlangt.
Der Fluss war einst das "Lebensblut" der Region einer vergangenen choresmischen Zivilisation, von der wir im Verlauf unserer Reise noch viel erfahren werden.

Von Kungrad nach Nukus
Noch eine Nacht bleiben wir in Kungrad, ehe wir in Richtung Nukus aufbrechen, dem Ausgangspunkt für die weitere Expedition in die Karakum- und Kyzylkum-Wüste. Unterwegs bietet sich uns die nette Gelegenheit, bei einer dem Fahrer bekannten Familie Kamelmilch und unsagbar wohlschmeckendes Fladenbrot zu kosten. Wir dürfen zuschauen, wie das Brot in einer faszinierenden Art und Weise in einem selbstgebauten, draußen vor jeder Lehmhütte stehenden Lehmofen gebacken wird.
An endlos scheinenden Baumwoll- und Reisfeldern vorbeifahrend, erreichen wir Nukus, eine als Regionalhauptstadt größere und nach westlichen Maßstäben etwas fortschrittlichere Stadt. Hier hatten wir bereits bei unserem kurzen Zwischenaufenthalt auf der Anreise nach Kungrad eine äußerst liebevolle Unterbringung in einer Familie gefunden. Die Aussicht, eine einigermaßen komfortable Dusche zu nehmen, erscheint uns schon jetzt beinahe wie ungewohnter Luxus.

Am folgenden Tag besuchen wir das besagte Symposium, das in dem neuen, sehr modernen Savatsky-Kunstmuseum der Stadt veranstaltet wird. Das renommierte Museum beherbergt eine Sammlung archäologischer Funde aus den Wüstengebieten. Nach einer feierlichen Eröffnungszeremonie werden neben vielen Vorträgen weitere Artefakte erstmalig ausgestellt. Als Teilnehmer des Symposiums erhalten wir ebenfalls die Option, an einer sehr gut organisierten, dreitägigen Wüstentour zu einigen, archäologisch sehr interessanten Orten teilzunehmen. Dennoch verzichten wir auf viele, nach üblich asiatischer Gastfreundschaft zu erwartende Tischreden und Trinksprüche und entscheiden uns zugunsten einer nächsten Expedition in eigener Initiative. Professor Dr. Yagodin, Leiter der Akademie der Wissenschaft Karakalpakstans, ist hocherfreut über Gäste aus dem fernen Deutschland, aber ein wenig enttäuscht, dass wir sogar seine extra ausgesprochene private Einladung zu einem wissenschaftlichen Gespräch ausschlagen. Leider reicht unsere Zeit nicht, denn die Besuche eines in Nukus eingerichteten Büros der "Ärzte ohne Grenzen" sowie ortsansässigen Internates sind bereits für den Nachmittag verabredet worden.

Choresm- Spuren einer vergangenen Zivilisation
Wertvolle archäologische Funde des Museums gehen auf eine vergangene choresmische Kultur zurück, die Dank des russischen Wissenschaftlers Tolstov, ein Pionier der modernen Archäologie, ab 1937 in langjährigen Wüsten-Expeditionen wiederentdeckt wurde.
Vor Tausenden von Jahren entstand in einer Oase der Wüstengebiete eine der größten Zivilisationen der Vergangenheit, ein enormes Reich, das unzählige archäologische Sehenswürdigkeiten und Wüstenschlösser hinterlassen hat.
Choresm bezeichnet heute den Namen einer Provinz Usbekistans. Das Gebiet des vergangenen Choresm erstreckt sich über die Länder Usbekistan, Turkmenistan und Kasachstan. Ein sehr bedeutendes Kernstück des vergangenen Choresm mit vielen überwältigenden, aus Lehm gebauten Monumenten ist in Karakalpakstan zu finden.
Auf dem rechtsseitigen Ufer des Amudarja, der die Wüsten Kyzylkum und Karakum voneinander trennt, zeugen grandiose "Kalas" von einer Zeit, die historisch und archäologisch noch wenig erschlossen wurde. Signifikant ist in diesem Teil der Erde die religiöse Entwicklung, die aus der Geschichte hervorgeht. Neben der islamischen Prägung des Landes deuten die Spuren des vergangenen Choresm auf eine hochentwickelte Kultur, die mit einer zoroastrischen Religion einherging. In den heiligen Schriften Zarathustras, den Avesta, wird Choresm namentlich erwähnt. Archäologen wie Tolstov und seine Nachfolger hofften auf fehlende Hinweise, die zur Aufklärung der frühen prämuslimischen Zeit des Ostens führen können. Es gibt noch viel zu erforschen!


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